Eigenblut-Behandlung

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Mit der Eigenblut-Behandlung die Selbstheilung des Körpers fördern

Bei der Eigenblutbehandlung handelt es sich um eine unspezifische Reiztherapie. Reiztherapien dienen der Aktivierung der Selbstheilungskräfte, indem dem Körper von außen Reize zugeführt werden, die das Ziel haben, seine Selbstregulation zu stimulieren.

Bekannte Reize sind Klima- und Temperaturreize, aber auch das eigene Blut kann solch ein Reiz sein, wenn es dem Körper wieder zugeführt wird. Bei der Eigenbluttherapie wird Blut aus der Vene entnommen. Danach wird es direkt oder aufbereitet in die Muskulatur oder unter die Haut gespritzt. Aufbereitet bedeutet, dass es manchmal mit anderen Arzneimitteln oder Sauerstoff kombiniert und erst dann reinjiziert wird. Der Körper nimmt diesen Reiz als fremd wahr, da sich das Blut ja normalerweise in den Blutbahnen und nicht außerhalb der Gefäße befindet. Er muss also reagieren und aktiviert dadurch die Selbstheilungskräfte.

Die Behandlung geht auf den Chirurgen August Bier zurück. Dieser ging davon aus, dass Blut eines der natürlichsten und wirksamsten Reizmittel ist. In der naturheilkundlichen Praxis wird die Eigenbluttherapie vornehmlich bei der Behandlung von Allergien und zur Stärkung des Immunsystems und Verbesserung Allgemeinbefindens eingesetzt. Sie kann aber auch noch bei anderen Erkrankungen zum Einsatz kommen.

Arten der Eigenblutbehandlung

Es gibt verschiedene Methoden der Eigenbluttherapie. Wenn unverändertes Eigenblut verwendet werden soll, wird eine geringe Menge Blut aus der Armvene entnommen. Diese wird sofort wieder in die Gesäßmuskulatur oder unter die Haut des Unterarms gespritzt. Meist fängt die Behandlung mit einer sehr kleinen Dosis Blut von etwa 0,5 bis 1 Milliliter an. Die Dosis wird dann schrittweise bis zu maximal fünf Millilitern erhöht. Manchmal wird die Wirkung der Therapie noch erhöht, indem das Eigenblut mit passenden homöopathischen Injektionslösungen kombiniert wird.

Eine Sonderform ist die Anreicherung mit Ozon. Diese wird im Rahmen der Ozontherapie angewendet. Das verbessert die Sauerstoffversorgung der roten Blutkörperchen. Für die Behandlung wird wie bei den anderen Arten auch Blut aus einer Armvene entnommen. Dieses wird mit medizinischem Ozon angereichert und anschließend sofort wieder in die Vene reinjiziert.

Wirkweise der Eigenblutbehandlung

Das in die Unterhaut bzw. in die Muskulatur injizierte Blut reizt das Gewebe und verursacht so eine lokale Entzündung, die sich durch eine Rötung und Schwellung der entsprechenden Stelle bemerkbar macht. Es entsteht dann eine milde Entzündung, durch die der Stoffwechsel beschleunigt wird. Außerdem werden Immunreaktionen in Gang gesetzt, da ja das Blut vom Körper als Fremdkörper wahrgenommen wird. Diese Aktivierung des Immunsystems ist gleichzeitig eine Anregung der Selbstheilungskräfte des Körpers.

Wann ist eine Eigenblut-Behandlung sinnvoll?

Die Eigenbluttherapie wird von Heilpraktikern und naturheilkundlich orientierten Ärzten bei einer Vielzahl von Krankheiten eingesetzt.

Das Verfahren kann einen günstigen Einfluss haben auf:

  • Erkrankungen der Haut (zum Beispiel Neurodermitis)
  • akute Infekte (zum Beispiel Bronchitis oder Magen-Darm-Infekte)
  • allergische Erkrankungen (zum Beispiel Asthma bronchiale oder Heuschnupfen)
  • chronische Entzündungen (zum Beispiel Morbus Crohn oder Divertikulose)
  • allgemeine Abwehrschwäche (durch Stimulation des Immunsystems)
  • Kreislauferkrankungen (zum Beispiel Durchblutungsstörungen)
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (zum Beispiel chronische Polyarthritis)

Die Behandlung darf bei bestimmten Patienten nicht angewendet werden. Dazu gehören Personen mit Blutgerinnungsstörungen und Blutungsneigung. Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente darf keine Eigenbluttherapie erfolgen.

Intervall der Eigenblut-Behandlung

Die Eigenbluttherapie erfolgt in der Regel acht bis zehn Mal. Das Intervall ist dabei auch von der Krankheit abhängig. So gilt beispielsweise, dass bei akuten Krankheiten jeden Tag mit steigender Dosierung behandelt werden soll. Generell sollte das Intervall kleiner sein, je akuter die Krankheit oder Beschwerden sind.

Bei chronischen Erkrankungen sind längere Zeitintervalle mit kleiner Dosierung besser. Dabei kann am Anfang der Behandlung jeweils zweimal in der Woche eine Injektion erfolgen und später nur noch einmal in der Woche. Je chronischer die Krankheit ist, desto länger sollten die einzelnen Sitzungen auseinanderliegen.

Darüber hinaus ist es auch sinnvoll, dass bei allergischen Erkrankungen die Therapie in einer Zeit ohne Beschwerden beginnt. Bei Heuschnupfen sollte die Behandlung beispielsweise eher im Winter begonnen werden, wenn keine aktive Pollenflugzeit ist.

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