Shiatsu

Mit Freunden teilen

Shiatsu – Körpertherapie mit Wurzeln in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Behandlung mit Shiatsu basiert auf den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin, abgekürzt TCM. Genauso wie die TCM zielt eine Shiatsu-Behandlung darauf ab, den Energiefluss in den Energiebahnen des Körpers (Meridianen) wiederherzustellen. Shiatsu wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan aus der chinesischen Tuina-Massage entwickelt. Akupunkturpunkte werden durch Druck mit dem Finger angeregt. Wichtig für den Behandlungserfolg ist die innere Haltung des Therapeuten.

Hintergrund des Shiatsu

Beim Shiatsu werden Akupunkturpunkte behandelt, die druckempfindliche sein können. Diese liegen auf den sogenannten Meridianen, den Leitbahnen, durch die gemäß der chinesischen Medizin die Lebensenergie fließt, das sogenannte Qi. Insgesamt unterscheidet man zwölf Hauptmeridiane, von denen jeder einem anderen Organ bzw. Körperbereich zugeordnet ist. So gibt es beispielsweise einen Lungenmeridian und einen Herzmeridian. Auf den Meridianen befinden sich etwa 400 Akupunkturpunkte, auch Tsubos genannt.

Bei der Shiatsu-Behandlung wird auf die Punkte manueller Druck ausgeübt, was Blockaden oder Stauungen des Energieflusses beseitigen soll. Darüber hinaus entsteht durch die Stimulation auch ein positiver Einfluss auf die mit den Energiebahnen in Verbindung stehenden Organe. Insgesamt sollen durch die Aktivierung der Akupunkturpunkte die Lebensenergie wieder ins Gleichgewicht gebracht und die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert werden.

Der Therapeut im Shiatsu

Ein wichtiges Konzept des Shiatsu ist die Begegnung zwischen Therapeut und Patient. Diese sollte aus dem sogenannten Hara heraus stattfinden. Das Hara meint diejenige Körperzone, welche die eigene Mitte repräsentiert. Sie befindet sich unterhalb des Bauchnabels. Der Therapeut sollte sich also der eigenen Mitte bewusst und darauf zentriert sein, um seinen Patienten achtsam, unvoreingenommen und zugewandt behandeln zu können.

Vorbereitung des Shiatsu

Um die Behandlung optimal auf den Patienten abzustimmen, muss der Therapeut vorher eine präzise Diagnose stellen. Dies erfolgt anhand einer eingehenden Befragung und meist mithilfe der Pulsdiagnose. Hierbei liefert der Puls Anhaltspunkte für den energetischen Zustand des Patienten. Außerdem testet der Therapeut die Meridiane, um so Blockaden im Energiefluss zu finden. Demselben Zweck dient das Abtasten des Unterleibes, was als Hara-Diagnose bezeichnet wird. Die Berührung gibt Auskunft über Leere- oder Füllezustände der Meridiane und der dazugehörigen Organe. Die Behandlung richtet sich dann nach dem bei der Diagnose festgestellten Zustand des Patienten.

Körperposition beim Shiatsu

Während der Shiatsu-Behandlung liegt der Patient in der Regel auf einer Matte auf dem Fußboden. Dadurch können die Akupunkturpunkte besser mit dem richtigen Druck behandelt werden. Der Boden sollte nicht zu hart, aber auch nicht zu weich sein. Besonders gut eignet sich ein drei- bis vierlagiger Futon (Polstermatte), da hier das Körpergewicht des Therapeuten optimal mit in die Behandlung eingebracht werden kann.

Um eine optimale Liegeposition zu gewährleisten, verwendet man häufig Kopf- und Knierollen. Diese ermöglichen dem Patienten eine bequeme Lage, und es können außerdem eventuell vorhandene Spannungen im Hals- und Lendenwirbelsäulenbereich ausgeglichen werden. Darüber hinaus sorgt eine Knierolle für eine bessere Entspannung der Bauchmuskulatur. Dies erleichtert unter anderem die Hara-Diagnose und hat einen positiven Einfluss auf die Behandlung.

Durchführung des Shiatsu

Während des Shiatsu werden die Tsubos insbesondere mit den Daumen behandelt. Die Punkte werden etwa drei bis fünf Sekunden gedrückt, am Rücken fünf bis sieben Sekunden. Wichtig ist dabei, dass nicht einfach nur mit den Fingerspitzen gedrückt wird, sondern der Druck mit dem ganzen Körper stattfindet. Die Behandlung wird aus dem eigenen inneren Zentrum heraus und mit einer Haltung des Sich-Sinken-Lassens durchgeführt. Dabei wird auch der Atemrhythmus des Patienten berücksichtigt. Ziel ist das Harmonisieren des Energieflusses.

Manchmal behandelt der Therapeut auch mit dem Knöchel, dem Ellbogen oder an manchen Stellen auch mit den Füßen. Anstelle der reinen Druckausübung können auch Massagetechniken zur Anwendung kommen. Um die Punkte zu erwärmen, werden beispielsweise häufig Reibe- oder Klopftechniken eingesetzt, auch eine Kombination mit der Moxibustion wird häufig praktiziert.

Wirkung des Shiatsu

Oft kommt es so zu einer Lockerung und Entspannung der Muskulatur. Darüber hinaus hat das Shiatsu durch die Aktivierung des Energieflusses und damit der Selbstheilungskräfte einen positiven Einfluss auf das Immunsystem sowie auf das vegetative Nervensystem. Weiterhin kann es sich günstig auf die Atmung, Beweglichkeit, Koordination und Blutzirkulation auswirken.

Anwendungsgebiete des Shiatsu und Gegenanzeigen

Da das Shiatsu allgemein die Selbstheilungskräfte aktiviert, kann es bei einer Vielzahl von Beschwerden zum Einsatz kommen, aber auch der Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens dienen.

Es wird insbesondere für folgende Bereiche eingesetzt:

  • Stress
  • Schmerzen
  • Verspannungen
  • psychische Verstimmungen
  • Bedürfnis nach allgemeiner Entspannung
  • chronische Krankheiten

Es sollte keine Anwendung erfolgen, wenn die zu behandelnden Hautareale entzündet oder anderweitig erkrankt sind. Zu beachten ist auch, dass das Shiatsu bei ernsthaften Erkrankungen nicht als einzige Behandlungsmethode geeignet ist. Hier kann es lediglich als Unterstützung dienen.

Naturheilkunde Online-Magazin

Alle anzeigen

Therapeuten oder Arzt in Ihrer Nähe finden

Sie suchen einen naturheilkundlichen Arzt oder Heilpraktiker ganz in Ihrer Nähe? Mit Hilfe Ihrer Postleitzahl werden Sie fündig.