Diätetik

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Diätetik – Gesundheit durch Ernährung

In manchen Kulturen ist die Ernährungslehre ein fester Bestandteil der traditionellen Heilweisen. Allen voran in der chinesischen Medizin. Die chinesische Diätetik legt sowohl in der Prävention als auch in der Therapie einen großen Wert auf die Nahrung.

Leider wird aber in der westlichen Welt der Nahrung noch immer viel zu wenig Beachtung geschenkt, wenn es um die Gesundheit geht. Das ist deshalb so bedauerlich, weil wir inzwischen ja wissen, dass viele der häufigsten Erkrankungen unserer zivilisierten Welt mit der Ernährungsweise zu tun haben.

Momentan hat man jedoch das Gefühl, dass sich da Einiges im Bewusstsein der Menschen tut. Welches Potential die Ernährung für die Gesundheit hat, das ist Gegenstand der Diätetik.

Ernährung ist weit mehr, als die Versorgung des Körpers mit Nährstoffen.
Ludwig Feuerbach drückte das 1850 mit den treffenden Worten aus: „Der Mensch ist, was er isst.“
Sokrates wies bereits vor 2500 Jahren darauf hin: „Wir leben nicht, um zu essen, sondern wir essen, um zu leben.“
Und Hippokrates von Kos empfahl wenig später: „Lass Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung.”

Was versteht man unter dem Begriff Diätetik?

Diesen für viele Menschen sicherlich eher ungewöhnlichen Begriff kann man als angewandte Ernährungslehre bezeichnen. Es handelt sich um die Maßnahmen rund um das Thema gesunde Ernährung. Das Ziel ist, mit der Ernährung Krankheiten zu vermeiden bzw. deren Verlauf positiv zu beeinflussen.

Der Begriff leitet sich von dem griechischen Wort für Lebensweise ab. Das deutet schon darauf hin, dass sich die Bedeutung über die Jahrhunderte verändert hat. Früher galt die Diätetik, neben Arzneimitteln und Operationen, als eine der 3 Maßnahmen einer Therapie. Nach heutigem Verständnis ist eine Diät eine bestimmte Ernährungsweise, die der Prophylaxe und der Therapie dienen kann.

Die Ernährungswissenschaft ist ein seit langem etablierter Studiengang an vielen Universitäten und Hochschulen. Ernährungswissenschaftler werden auch als Ökotrophologen bezeichnet. Ihr wissenschaftliches Forschungsfeld sind die theoretischen Grundlagen der Ernährungstherapie. Die Diätetik als angewandte Ernährungswissenschaft ist mehr praktisch orientiert. Sie hat auch zu solchen Wissenschaften einen engen Bezug wie Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Schließlich kommt es bei der Diätetik auch darauf an, die Informationen an den Patienten weiterzugeben und ihn von Nutzen und Notwendigkeit einer für ihn richtigen Ernährung zu überzeugen.

Inzwischen kann man Diätetik auch in einem (dualen) Bachelor-Studiengang studieren. Die Ausbildung zum Diätassistenten ist in Deutschland jedoch (noch) keine akademische Ausbildung.

Was hat es mit den Ernährungsrichtlinien auf sich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist ein Verein, der sich seit 1953 mit den Fragen rund um die Ernährung beschäftigt. Er gibt Leitlinien und Stellungnahmen zu Ernährungsempfehlungen heraus und hat so genannte Referenzwerte für die Zufuhr der einzelnen Nährstoffe erstellt. Medizinische und rechtliche Vorgaben bzw. Leitlinien rund um die Ernährungsmedizin orientieren sich an der DGE.

Viele Ärzte, Heilpraktiker, Ernährungsmediziner, Ernährungswissenschaftler, Diätassistenten und Patienten kritisieren aber inzwischen diese Leitlinien, weil sie in ihrer täglichen Praxis sehen, dass viele der Empfehlungen einfach nicht allgemeingültig sind. Menschen sind unterschiedlich und insbesondere ihre Ernährung muss sich nach individuellen Bedürfnissen richten. Außerdem hat sich unsere Lebensweise in den letzten Jahrzehnten gravierend geändert. Denken wir an die vielen Bildschirmarbeitsplätze, also sitzenden Tätigkeiten gegenüber früher. Die Nahrungszufuhr muss sich an die Lebensweise anpassen, damit sie gesund bleibt.

Einigkeit besteht jedoch bei so entscheidenden Feststellungen bzw. Empfehlungen, wie:

1.    Wir Deutsche essen/trinken durchschnittlich zu viel

  • Zucker
  • Fett
  • verarbeitete Lebensmittel
  • tierische Lebensmittel
  • Alkohol

2.    Wichtig ist es, abwechslungsreich essen und keine langfristigen einseitigen Diäten zu machen!

3.    Die Nahrung sollte überwiegend aus pflanzlicher Kost bestehen, die wenig verarbeitet und teilweise roh verzehrt werden sollte.

Welche Diät ist die richtige für mich?

Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Sie richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten:

  • Haben Sie Krankheiten, die bei der Nahrung berücksichtigt werden müssen?
  • Wie kann man gezielt mit Hilfe der Nahrungsmittel steuern, dass bestimmte Krankheitssymptome weniger intensiv auftreten?
  • Haben Sie Unverträglichkeiten, die Ihr Immunsystem unnötig reizen?
  • Sind Ihre Magen- und Darmschleimhäute soweit in Ordnung, dass sie angebotene Nährstoffe auch wirklich aufschließen können?
  • Fehlen Ihrem Körper bestimmte Nährstoffe?
  • Wie ist Ihre sonstige Lebensweise und wie wirkt die sich auf Ihren individuellen Bedarf aus?

Zur Beantwortung dieser Fragen ist viel Wissen erforderlich. Möglicherweise müssen auch Blut- oder Stuhlanalysen gemacht werden. Eine gute Ernährungsberatung ist notwendig. Deshalb hat sich die Ernährungsmedizin bzw. Diätetik als eigene Therapieform entwickelt. Gemeinsam mit einem Ernährungsberater können Sie einen an Ihre individuelle Situation angepassten Ernährungsplan entwickeln. Möglicherweise werden Ihnen auch spezielle diätetische Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Auch Empfehlungen aus dem Bereich der orthomolekularen Medizin sind denkbar.

Unabhängig von einem Ernährungsberater sollten sie aber auch ein Gefühl dafür entwickeln, was Ihnen tatsächlich guttut. Das ist oft viel schwieriger, als man im ersten Moment denken mag. Es lässt sich am besten feststellen, indem man immer mal wieder fastet. Das muss kein Wasserfasten sein. Sie könnten aber – nach Rücksprache mit Ihrem Arzt – mal für einige Zeit Ihre Nahrungsaufnahme sehr stark einschränken und nur ganz wenige und wirklich gut verträgliche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Danach sollten Sie ganz langsam beginnen, wieder vollwertig zu essen und sich dabei genau beobachten.

Auch Auslassdiäten über einige Wochen sind sinnvoll. Verzichten Sie doch beispielsweise mal für 4 Wochen abwechselnd auf

  • Süßes und Weißmehlprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Fleisch und Fleischprodukte
  • Alkohol
  • bestimmte Getreide, die Sie im Verdacht haben, dass Sie nicht so gut vertragen

So lernen Sie ganz gut einzuschätzen, was Ihnen guttut. Besprechen Sie dann die Ergebnisse mit einem Ernährungsmediziner, Heilpraktiker oder Diätassistenten.

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