Moxibustion

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Mit Moxibustion den Energiefluss anregen

Die Moxibustion, auch als Moxa-Therapie oder Moxen bezeichnet, ist fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einem jahrtausendealten Heilsystem. Das Moxibustieren wurde vor allem in den kälteren Bergregionen Chinas, die im Norden des Landes gelegen sind, durchgeführt. Die Erwärmung von Akupunkturpunkten mit brennendem Beifußkraut soll Zuständen von energetischer Kälte und Leere entgegenwirken.

Der Beifuß ist sowohl in der Traditionellen Chinesischen als auch in der Traditionellen Europäischen Medizin eine bekannte Heilpflanze. Beim Moxen kommt Artemisia princeps zum Einsatz, eine Beifuß-Art, die auch als Yomogi oder Japanischer Beifuß bezeichnet wird.

Der Begriff Moxibustion setzt sich aus mogsa, der japanischen Bezeichnung für die getrockneten und fein geriebenen Fasern von Blättern des Beifußes und dem lateinischen Wort combustio für Verbrennen zusammen.

Die Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Akupunktur ist wohl das bekannteste Therapieverfahren der TCM. Doch das komplexe Behandlungssystem hat viel mehr zu bieten.
So umfasst die Traditionelle Chinesische Medizin auch verschiedene andere Therapierichtungen wie:

  • die Heilpflanzenkunde
  • die Massage (Tuina)
  • die Heilgymnastik mit Tai Chi und Qi Gong
  • eine umfassende Ernährungstherapie
  • die Moxibustion

Die Grundlage der TCM bildet die Vorstellung von den beiden gegensätzlichen Prinzipien Yin und Yang. Alles Leben baut sich aus diesen beiden Qualitäten auf. Während das Yin für Kälte, Ruhe, Passivität, Empfänglichkeit und das Innere steht, repräsentiert das Yang Hitze, Aktivität, Erregung, Vitalität und das Äußere. Auch der Körper lässt sich in Yin- und Yang-Zonen unterteilen. Die Entstehung von Erkrankungen steht aus Sicht der TCM in Zusammenhang mit einem Überschuss oder einem Mangel von Yin oder Yang.

Krankheiten, die sich vor allem in Hitze und Übertreibung manifestieren, sind Yang-Erkrankungen. Entzündungen werden beispielsweise dieser Kategorie zugeordnet. Schwäche, Langsamkeit und Kälte sind hingegen typische Merkmale einer Erkrankung mit Yin-Charakter.

Alle Erscheinungen haben immer zwei Aspekte: einen Yin-Aspekt und einen Yang-Aspekt. Die beiden Qualitäten kontrollieren sich gegenseitig und erhalten in ihrem dynamischen Wechselspiel die Lebensenergie, das Qi. Dieses fließt gemäß den Vorstellungen der TCM im menschlichen Körper in sogenannten Meridianen. Krankheiten entwickeln sich dann, wenn der Energiefluss in den Meridianen und das natürliche Gleichgewicht zwischen Yin und Yang gestört werden. Zu den krankmachenden Faktoren gehören neben physikalischen Einflüssen wie Kälte oder Wind auch emotionale Probleme und Ernährungsfehler. In einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte sowie mithilfe der Puls- und Zungendiagnostik erfasst der behandelnde TCM-Therapeut anhand acht bestimmter Leitkriterien den Gesundheits- und Energiezustand des Patienten. Je nach Befund kommen verschiedene Heilmethoden zum Einsatz.

Die Moxibustion in der TCM

Die Moxibustion wird in erster Linie bei Erkrankungen angewendet, die durch innere oder äußere Kälte entstanden sind.

Es gibt 2 Formen der Moxibustion:

  • direkte Moxibustion (Moxa-Kegel)
  • indirekte Moxibustion (Moxa-Zigarren)

 

Bei der direkten Moxibustion werden sogenannte Moxakegel direkt auf die Akupunkturpunkte gesetzt und angezündet. Ein Moxakegel besteht aus getrocknetem Beifußkraut. Bei der direkten Moxibustion besteht allerdings die Gefahr von Verbrennungen.

Um Verbrennungen zu vermeiden, lassen sich Moxa-Kegel bzw. Moxahütchen aber auch mit einer Zwischenauflage verwenden. Häufig nutzen TCM-Therapeuten dafür Ingwer- oder Knoblauchscheiben. So wird nicht nur einer Blasenbildung entgegengewirkt, sondern die genutzten Zwischenauflagen entfalten zudem eine zusätzliche therapeutische Wirkung. Der Ingwer wirkt zusätzlich erwärmend.

Bei der indirekten Moxibustion werden beispielsweise spezielle Moxazigarren in einem Abstand von wenigen Zentimetern über die Haut gehalten und die entsprechenden Akupunkturpunkte so lange behandelt, bis der Patient einen deutlichen Hitzereiz verspürt und/oder eine Rötung der Haut auftritt. Alternativ ist auch eine Moxibustion mit Moxanadeln möglich. Hierbei werden kleine Moxarollen auf eine Akupunkturnadel aufgesteckt. Über die Nadel gelangt die Wärme in den Körper.

Ziel und Wirkungsweise der Moxibustion

Die Wärme von außen soll den Vorstellungen der Traditionellen Chinesischen Medizin zufolge Nässe und Kälte vertreiben. Zudem kann das Moxen sowohl den Qi- als auch den Blutfluss anregen. Auch in der westlichen Naturheilkunde hat die Moxibustion Einzug gehalten. So verbessert sich durch die Erwärmung die Gewebedurchblutung in den entsprechenden Hautbereichen. Über die Reflexzonen lassen sich im Zuge der Reflexzonen-Therapie die entsprechenden Organfunktionen aktivieren. So kann die Methode aus erfahrungsheilkundlicher Sicht die Immunabwehr stärken und Dysbalancen (Ungleichgewichtszustände) im Nervensystem ausgleichen.

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