Biochemie nach Schüssler

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Schüssler-Salze – Mineralsalze des Lebens

Die Schüssler-Salze sind homöopathisch aufbereitete Mineralsalze, die in der naturheilkundlichen Praxis und von vielen Anwendern in der Selbstmedikation bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden.
Begründer der Therapie mit den potenzierten Mineralsalzen ist der Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler, der überzeugt war, dass Krankheit immer dann entsteht, wenn in den Körperzellen ein Mangel an Mineralsalzen vorliegt.
Als Biochemie nach Schüssler bezeichnet man die Therapie mit einem oder mehreren von zwölf Funktionsmitteln und 15 Ergänzungsmitteln.

Der Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht – das Geheimnis der gesunden Zelle

Unser Körper ist aus Billionen von Zellen aufgebaut. Diese bilden unsere Organe und Gewebe – u. a. Muskelfasern, Haut, Schleimhäute. Für einen reibungslosen Ablauf aller lebenswichtigen Funktionen benötigen die Zellen die Nährstoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden.

Doch nicht immer erfolgt eine optimale Verwertung der einzelnen Nährstoffe und eine Aufnahme in die Zellen. So kann selbst bei guten Blutwerten eine einzelne Körperzelle unter einem Mineralstoffmangel leiden. Dadurch ist der Mineralstoffhaushalt nicht mehr im Gleichgewicht und die Anfälligkeit für Fehlfunktionen und damit Krankheiten steigt. Durch eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Fleisch, Eiern, Gemüse und Obst können Betroffene versuchen, ihren Mineralhaushalt im Gleichgewicht zu halten bzw. ihn wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wenn der Mangel so nicht ausgeglichen werden kann, müssen zusätzliche Mineralstoffe (z. B. Calcium und Magnesium) zugeführt werden – meistens in Form von Mineralsalzen, also z. B. als Calcium-Carbonat oder Magnesium-Citrat.

Die wichtigsten Mineralsalze und ihre Funktion

Eisen, Fluor, Calcium, Jod und Magnesium gehören zu den wichtigsten Mineralien, die unser Körper für verschiedene Stoffwechselprozesse benötigt. Die einzelnen Mineralstoffe haben unterschiedliche Aufgaben.

Dazu gehören unter anderem:

  • Hemmung und Aktivierung von Enzymen 
  • Knochenaufbau 
  • Zellbildung
  • Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushaltes 
  • Sauerstofftransport 
  • Abwehr von Erregern

Mineralstoffmangel mit Schüssler-Salzen ausgleichen

Der erste Grundsatz der Biochemie nach Schüssler besagt, dass eine Krankheit auf einem Mangel an bestimmten Mineralstoffen basiert. Durch die Zufuhr des fehlenden Mineralsalzes soll sich der Körper regenerieren. Allerdings ist anders als bei der grobstofflichen Nährstoffmedizin keine Zufuhr in großen Mengen erforderlich.

Im Gegenteil: Bei der Biochemie nach Dr. Schüssler sind die Salze so aufbereitet, dass sie in kleinsten Mengen eher als Reiz fungieren. In dieser Form können Sie schon über die Mundschleimhäute aufgenommen werden. Sie sollen die Körperzellen dazu anregen, die grobstofflich angebotenen Mineralstoffe besser aufzunehmen.

Zusammensetzung der Schüssler-Salze

Salze bestehen immer aus einem positiv geladenen Ion (Kation) und einem negativ geladenen Ion (Anion). So enthält das Schüssler-Salz Nr. 2 beispielsweise Calcium als Kation und Phosphat als Anion. In dieser Verbindung soll die Bioverfügbarkeit (Anteils des Stoffs, der auch wirklich vom Blut bzw. der Zelle aufgenommen wird) optimal dem Bedarf angepasst sein. So gelangen die Salze über die Mundschleimhaut und den Blutkreislauf direkt in die Zwischenzellflüssigkeit und damit auch in die Zelle. 

Ähnlich wie homöopathische Arzneimittel werden auch die Schüssler-Salze potenziert. Die Basis bildet hier der Milchzucker. Für eine D1-Potenz werden beispielsweise neun Teile Milchzucker mit einem Teil Mineralsalz vermischt und zehn Mal miteinander verschüttelt bzw. verrieben. Anschließend wird ein Teil der entstandenen Mischung entnommen und erneut mit neun Teilen Milchzucker gemischt und verschüttelt bzw. verrieben. So entsteht die Potenz D2. Das Verfahren wird bis zur gewünschten Potenzierung durchgeführt.
Üblicherweise werden die einzelnen Schüssler-Salze in den Potenzen D6 oder D12 genutzt. Sie sind als wasserlösliche Tabletten, Tropfen oder Salben erhältlich.

Ziel des Einsatzes der Salze ist auch eine bessere Verwertung der Mineralstoffe aus der Nahrung. Die Schüsslerschen Salze sind also kein Ersatz für die Zufuhr von Mineralstoffen durch die Nahrung, sondern eine sinnvolle Ergänzung, damit diese effektiv genutzt werden können.

Die Schüssler-Salze und ihre Funktion

Die zwölf hauptsächlichen Mittel der Biochemie nach Schüssler bilden die Basis dieses Therapiekonzepts. Jedes Salz hat unterschiedliche Eigenschaften, die sich bei verschiedenen Symptomen bewährt haben. Zum Teil wirken sich die 12 Hauptmittel nicht nur auf körperliche, sondern auch auf seelische Beschwerden positiv aus:

  • Nr. 1 Flussspat (Calciumfluorid, bei Gelenkbeschwerden, Haut- und Gefäß-Problemen) 
  • Nr. 2 Phosphorsaurer Kalk (Calciumphosphat, unterstützt den Knochenaufbau und die Blutbildung) 
  • Nr. 3 Phosphorsaures Eisen (Eisenphosphat, eignet sich bei akuten Entzündungen im Anfangsstadium und Fieber) 
  • Nr. 4 Kaliumchlorid (Hals-Entzündungen, Schnupfen, Impfnachsorge) 
  • Nr. 5 Phosphorsaures Kalium (Kaliumphosphat, bei Erschöpfung und als inneres Antiseptikum eingesetzt) 
  • Nr. 6 Schwefelsaures Kalium (Kaliumsulfat, bei chronischen Haut- und Schleimhaut-Entzündungen, zur Anregung von Ausscheidung und Entgiftung)
  • Nr. 7 Phosphorsaures Magnesium (Magnesiumphosphat, das biochemische Schmerz- und Entkrampfungsmittel) 
  • Nr. 8 Kochsalz (Natriumchlorid, zur Regulierung des Wasserhaushalts bei trockener Haut, Rheuma, Diabetes) 
  • Nr. 9 Phosphorsaures Natrium (Natriumphosphat, Entsäuerungsmittel, kommt bei Sodbrennen, Gicht, Entzündungen zum Einsatz) 
  • Nr. 10 Glaubersalz (Natriumsulfat, zur Entwässerung und Ausscheidung (Verdauung, Leber, Haut, Nieren)) 
  • Nr. 11 Kieselsäure (Silicea, das Bindegewebsmittel, wirkt sich positiv auf Haut, Haare und Nägel und Knochen aus) 
  • Nr. 12 Gips (Calciumsulfat, Stoffwechselmittel, zur Behandlung von eiternden Entzündungen)

Schüssler-Salze – Dosierung und Anwendung

Grundsätzlich haben sich bei der Einnahme der Salze drei Möglichkeiten bewährt. Zum einen können die Tabletten in den Mund genommen und gelutscht werden. Die potenzierten Mineralstoffmoleküle können sich so langsam aus der Tablette lösen und gelangen über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf. Zum anderen können die Tabletten oder Tropfen in Wasser gelöst und in kleinen Schlucken getrunken werden.

Insbesondere bei dem Schüssler Salz Nr. 7 empfiehlt es sich, 10 Tabletten in heißem Wasser zu lösen und dann in kleinen Schlucken zu trinken: die „Heiße Sieben“. Schüssler-Salze sind nicht nur in Tabletten- und Tropfenform, sondern auch als Salben erhältlich, sodass auch die äußere Anwendung möglich ist - beispielsweise bei Hauterkrankungen, aber auch zur Stimulation bestimmter Reflex- oder Akupunktur-Punkte. Die Dosierung und Anwendung hängt von den vorliegenden Beschwerden und den Erfahrungen des Behandlers ab.

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