Ernährungstherapie (Fasten, Diät, Vollwert)

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Ernährungstherapie – wichtiger Pfeiler der Gesundheit

Die Entstehung diverser Krankheiten ist eng mit der Ernährung verknüpft. Deshalb kann Ernährung nicht nur der Prävention, sondern auch der Behandlung von verschiedenen Erkrankungen dienen. Das gilt v.a. für die so genannten Zivilisationskrankheiten. Beispielsweise erkranken Menschen mit einem hohen Fleischkonsum häufiger an der Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus Typ 2.

Eine Ernährung, die reich an tierischen Fetten ist, kann zudem die Entstehung der Arteriosklerose begünstigen. Diese oft auch als Arterienverkalkung bezeichnete Veränderung der Blutgefäße ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Umso wichtiger ist eine individuell auf den Patienten abgestimmte Ernährungstherapie, die diesen krankhaften Veränderungen entgegenwirken kann.
Denn nicht jede Diät oder Ernährungsform ist für jeden Menschen gleichermaßen geeignet.

Fasten – der Verzicht auf Nahrung

Das Heilfasten ist eine Form des Fastens, die nicht religiös, sondern gesundheitlich motiviert ist. Ziel des Heilfastens ist es, den Körper von Stoffwechsel-Produkten zu befreien, die oft auch als Schlacken bezeichnet werden. Nicht nur der gesamte Verdauungs-Trakt erhält in der Phase des Fastens Zeit und Gelegenheit zur Regeneration. Magen und Darm müssen keine Verdauungsarbeit leisten. Der Körper kann sich mit der Ausscheidung beschäftigen. Es gibt verschiedene Arten des Fastens.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • das Buchinger-Heilfasten
  • die F.X.-Mayr-Kur
  • das Saftfasten


Beim Buchinger-Heilfasten wird wie bei den meisten Fastenarten komplett auf feste Nahrung verzichtet. Klare Gemüsebrühe, Säfte, Wasser und Kräutertees können hingegen zugeführt werden. Die sogenannten Fastenkrisen mit Kopfschmerzen, Schlappheit oder Gliederschmerzen können oft durch einen Löffel Honig umgangen werden.
Die F.X.-Mayr-Kur, ursprünglich auch als Milch-Semmel-Kur bekannt, dient vornehmlich der Sanierung des Darms.
Schonung und Säuberung sind zwei zentrale Punkte in dieser Fastenkur.
Zur Säuberung des Verdauungstrakts werden Einläufe, Glauber- oder Bittersalz genutzt.
Beim Saftfasten werden ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte getrunken.

Die Dauer des Fastens richtet sich nach der Konstitution und dem Gesundheitszustand des Patienten und reicht von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen. Längere Fastenkuren sollten allerdings ausschließlich unter therapeutischer Begleitung stattfinden. Die Fastentherapie greift in eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen im Körper ein und beeinflusst deshalb auch verschiedene Organsysteme.

Bei folgenden gesundheitlichen Problemen kann das Fasten förderlich sein:

  • Erkrankungen des Stoffwechsels
  • chronisch-entzündliche Erkrankungen (z. B. Rheuma)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Hautkrankheiten

In Schwangerschaft und Stillzeit darf nicht gefastet werden. Auch Patienten mit schweren Leber- oder Nierenerkrankungen dürfen nicht fasten. Eine Fastentherapie bei allen schwerwiegenden Erkrankungen muss durch einen erfahrenen Fastenarzt oder Heilpraktiker begleitet werden.

Über Sinn und Unsinn der Diät

Ursprünglich stammt der Begriff Diät aus dem Griechischen und wurde für die Beschreibung eines Lebensstils genutzt. Der Fachbereich der Diätetik beschäftigt sich mit der gesunden Ernährung als Ganzes. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich die Bezeichnung Diät allerdings für eine Reduktionskost eingebürgert – meist zur Gewichtsreduktion, aber auch zur Vermeidung von allergieauslösenden Nahrungsmitteln.

Diäten wie die Nulldiät oder Trenddiäten wie Ananas- oder Kohlsuppendiät sind in der Regel nicht zu empfehlen. Zwar setzt gerade bei der Nulldiät durch die Reduktion der Kalorienzufuhr schnell eine Gewichtsabnahme ein, zugleich wird aber auch der Stoffwechsel heruntergefahren. Wird die Diät beendet und die Nahrungszufuhr normalisiert, steigt das Gewicht dann umso schneller. Man spricht hier auch vom Jo-Jo-Effekt. Oftmals wird dem Körper bei radikalen, einseitigen Trend-Diäten viel Wasser oder andere wichtige Nährstoffe entzogen, was sich langfristig nachteilig auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken kann. Ein dauerhafter erfolgreicher Gewichtsverlust ist somit nur über eine dauerhafte und individuell angepasste Umstellung der Ernährung zu erreichen.

Gesund und vital durch Vollwertkost

Eine für sehr viele Menschen empfehlenswerte Form der Ernährung ist die Vollwertkost. Diese ist überwiegend pflanzlich und basiert auf der reichlichen Zufuhr von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. Dabei sollten die Nahrungsmittel möglichst unverarbeitet sein, sodass ein hoher Gehalt an Vitaminen, Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Mineralstoffen erhalten bleibt.

Unerwünschte Zusatzstoffe wie gehärtete Fette, Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder künstliche Aromen, die der Gesundheit schaden können, finden sich häufig in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten. Stark verarbeitete Nahrungsmittel liefern oft viele Kalorien, aber wenig Nährstoffe und sollten deshalb gemieden werden. Bestenfalls sind die Nahrungsmittel, die im Rahmen der Vollwertkost verzehrt werden, regional und saisonal. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Ökobilanz aus. Saisonal geerntete Früchte weisen auch einen höheren Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen auf. Bei einem regionalen Anbau gehen zudem durch die kurzen Transportwege nur wenige dieser Inhaltsstoffe verloren.

Eine bekannte Form der Vollwertkost ist die Bircher-Benner-Kost, die von dem Schweizer Arzt Dr. Maximilian Bircher-Benner entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um eine fleischlose Ernährung mit einem hohen Rohkostanteil. Die Bircher-Benner-Kost eignet sich nicht nur zur Gesunderhaltung, sondern kann sich auch positiv auf den Verlauf bereits bestehender Erkrankungen auswirken.

Dazu gehören unter anderem:

  • Allergien
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats
  • Gefäßerkrankungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Magen- und Darmbeschwerden

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