Heilfasten

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Mit Heilfasten zu neuer Energie

Das Fasten ist eine der ältesten Methoden zur Reinigung des Körpers. Bereits aus dem alten Ägypten, von Hippokrates und im Essener-Evangelium wird von den Heilwirkungen des Fastens berichtet. Als Form der geistigen Übung und seelischen Reinigung wurde das Fasten jahrhundertelang von Kirchen, besonders in den Klöstern, gepflegt.
Als therapeutisches Behandlungsverfahren wurde es jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt.

Große Beachtung fand das 1935 von Otto Buchinger veröffentlichte Buch „Heilfasten“. Buchinger war Marinearzt und wurde im Alter von 40 Jahren als Voll-Invalide wegen chronischer Gallenblasen- und Gelenk-Entzündung entlassen. Durch zwei lange Fastenkuren hat er seine volle Gesundheit wiedererlangt. Daraufhin gründete er 1920 eine eigene Klinik in Witzenhausen. In seinem Buch berichtet er über 15 Jahre Erfahrungen mit dem „königlichen Heilweg“ des Fastens.

Heute gibt es im deutschsprachigen Raum neben drei Buchinger-Kliniken noch weitere spezialisierte Fastenkliniken sowie zahlreiche Sanatorien und Kliniken für Naturheilweisen, in denen therapeutisches Fasten angeboten wird.

Was bedeutet Fasten?

Fasten ist der freiwillige Verzicht auf Nahrungs- und Genussmittel für eine begrenzte Zeit (5 Tage bis 5 Wochen). Beim Fasten ist auf reichliche Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Darmentleerung sowie ausreichend Bewegung und Entspannung zu achten.

Gefastet wird wegen einer schon bestehenden Grunderkrankung (Heilfasten) oder aus Gründen der Gesundheitsvorsorge und eines angestrebten Wohlbefindens. Häufig soll durch das Fasten eine Änderung des Lebensstiles (z. B. mit ausreichender körperlicher Aktivität) und der Ernährung (z. B. kalorienreduzierte, vollwertige und ballaststoffreiche Kost) eingeleitet werden.

Hintergrund des Heilfastens

Vom Nahrungskonsum vorübergehend loszulassen bedeutet auch, sich für andere Bewusstseinsinhalte frei zu machen. Während das Hungern langfristig zu Mangelernährung und Schwächung des Organismus führt, korrigiert das zeitlich klar begrenzte Fasten eher den Überfluss des Gespeicherten.

Die Fastenkur dient daher in erster Linie der Reinigung. Darin liegt der wesentliche Unterschied zu einer Diät. Bei einer Diät wird mit dem Nahrungsverzicht eine Abnahme des Körpergewichts angestrebt oder es werden potentiell unverträgliche Nahrungsmittel gemieden. Beim Heilfasten dagegen steht die allgemeine Gesundheit und das „Verzicht-Erlebnis“ im Vordergrund. Durch den zeitlich begrenzten Verzicht soll der Stoffwechsel entlastet werden und der Organismus entschlacken. Der Körper kann sich während dieser Zeit erholen und zu neuer Kraft kommen. Im Zuge des Fastens werden verstärkt unnötige Reserven und aufgestaute Stoffwechselprodukte abgebaut.

Heute wird empfohlen, individuell passende Fastenpläne zu erstellen und das strenge Heilfasten nur in Begleitung eines Fasten-Therapeuten durchzuführen.

Problem Jojo-Effekt

Obwohl beim Heilfasten die Reinigung im Vordergrund steht und nicht der Gewichtsverlust, fürchten sich viele vorm sogenannten Jojo-Effekt: Der Betroffene nimmt das Gewicht, das er während der Fastenkur abgenommen hat, in kürzester Zeit wieder zu. Das liegt daran, dass der Körper beim Fasten den Stoffwechsel drosselt und nicht mehr so viel Energie braucht.

Demzufolge entsteht beim Übergang zur normalen Ernährung schnell ein Energie-Überschuss, der in Form von Fettpölsterchen abgelagert wird. Umso sinnvoller ist es, das Fasten als Einstiegsphase für eine gesündere Lebensweise anzusehen.

Durchführung des Heilfastens

Für die Fastenkur sollte ein Zeitraum gewählt werden, in dem der Betroffene ausreichend Zeit zur Verfügung hat. Insgesamt kann die Dauer des Fastens individuell angepasst werden. In den meisten Fällen dauert eine Heilfasten-Kur ein bis zwei Wochen. Vor dem Beginn der Fastenkur wird der Darm gereinigt. Dazu können Bitter- oder Glaubersalz oder ein Einlauf genutzt werden.

Im Zuge des Heilfastens nimmt der Fastende keine feste Nahrung zu sich. Außerdem wird üblicherweise auf Kaffee, schwarzen Tee, Nikotin und Alkohol verzichtet. Während der Fastenzeit ist die Flüssigkeitsaufnahme besonders wichtig. Es sollten mindestens 2,5 Liter stilles Wasser oder ungesüßter Tee täglich getrunken werden. Dies hilft bei der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Ansonsten sollten die Regeln individuell gestaltet werden – eventuell sind abgewandelte Formen, wie das Saftfasten oder das Fasten nach Buchinger besser geeignet als die Null-Diät.

Im Laufe weniger Tage lässt das anfängliche Hungergefühl meist nach und die Fastenden bemerken erste positive Effekte des Heilfastens.

Saftfasten

Beim Saftfasten handelt es sich um eine sanftere Form des Fastens. Hier wird nicht komplett auf Nahrung verzichtet, sondern der Fastende nimmt zusätzlich zu den 2 Litern Flüssigkeit täglich noch etwa 1 bis 1,5 Liter Saft zu sich. Dieser sollte aus Obst und Gemüse bestehen und nicht zusätzlich gesüßt sein. Der Saft wird über den Tag verteilt in kleinen Schlucken getrunken. Der Vorteil beim Saftfasten ist, dass dem Körper wertvolle Vitalstoffe zugeführt werden.

Einsatz des Heilfastens

Heilfasten wird aufgrund seiner unterstützenden und lindernden Wirkung bei verschiedenen Erkrankungen empfohlen.

Zu den Krankheiten und Beschwerden, bei denen Heilfasten angewendet werden kann, gehören:

  • allergische Krankheiten (zum Beispiel allergisches Asthma)
  • Gefäßerkrankungen (zum Beispiel Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck)
  • Herzkreislaufkrankheiten
  • Darmerkrankungen
  • Verdauungsstörungen
  • Hyperurikämie (erhöhter Harnsäurespiegel im Blut)
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Hautkrankheiten (zum Beispiel Neurodermitis)
  • Adipositas (Fettleibigkeit; hier wird das Heilfasten als Übergang zu einer veränderten Ernährung genutzt)
  • rheumatische Erkrankungen
  • Gelenkerkrankungen

Da das Heilfasten belastend für den Körper sein kann, darf es bei bestimmten Krankheiten und unter bestimmten Bedingungen nicht oder nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Patienten mit sehr schweren Herzkreislauferkrankungen, Nierenkrankheiten oder Tumoren sollten keine Fastenkur in Eigenregie machen. Gleiches gilt für Menschen, die unter ausgeprägten Schwächezuständen, hormonellen Erschöpfungszuständen und schweren Infektionskrankheiten leiden. Auch Patienten mit schweren psychischen Problemen oder Essstörungen sollten keine Fastenkur durchführen, ebenso wenig wie Schwangere, Kinder, Heranwachsende und Stillende.

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