Ayurveda

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Ayurveda – Wissen vom Leben

Die traditionelle indische Heilkunst Ayurveda gehört zu den ältesten Lehren von Gesundheit, Krankheit und Therapie. Bereits seit mehr als 5000 Jahren werden die ayurvedischen Diagnose- und Heilmethoden in Indien angewandt. Noch heute lassen sich mehr als zwei Drittel aller Inder regelmäßig mit ayurvedischen Therapieverfahren behandeln.

In Indien dauert die Ausbildung zum anerkannten Ayurveda-Arzt mehr als fünf Jahre. Auch in Europa konnte sich die traditionelle Heilmethode mittlerweile sowohl im Wellness- als auch im alternativen Therapiebereich etablieren und wird von zahlreichen Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt, auch Masseure und andere Therapeuten nutzen bestimmte Methoden.

Die Welt des Ayurveda – drei Lebenskräfte und fünf Elemente

Übersetzt bedeutet Ayurveda „Wissen vom Leben“. Gemäß der ayurvedischen Philosophie gibt es fünf Elemente bzw. Wandlungsphasen, die die Welt gestalten:

  • Feuer (Agni)
  • Wind (Vayu)
  • Äther (Akasha)
  • Erde (Prithvi)
  • Wasser (Jalam)

Diese Elemente finden sich in unterschiedlicher Ausprägung in allem Lebendigen und in jeder Materie. Auch im menschlichen Körper manifestieren sich die fünf Elemente und treten in Form der sogenannten Doshas in Erscheinung. Die Doshas werden häufig als Lebenskräfte oder Lebensenergien bezeichnet. Sie regulieren sowohl die körperliche als auch die geistige Funktion eines Menschen und sind somit für die individuelle Konstitution verantwortlich. Insgesamt gibt es drei Doshas:

  • Pitta
  • Kapha
  • Vata

Dem Dosha Vata sind das Bewegungsprinzip sowie die Elemente Luft und Raum zugeordnet. Diese Lebensenergie ist zuständig für die Aktivität des Nervensystems und die Sinnesempfindungen. Der Vata-Typ ist entweder sehr groß oder sehr klein. Er ist eher zart gebaut und hat ein geringes Körpergewicht. Zudem neigt der Vata-Typ zu trockener Haut und friert schnell.

Pitta kennzeichnet das Stoffwechselprinzip und ihm sind die Elemente Wasser und Feuer zugeordnet. Während Vata eher kalt und trocken ist, sind heiß und trocken typische Eigenschaften, die Pitta zugesprochen werden. Der Pitta-Typ weist einen mittelschweren Körperbau auf und hat oft eine Abneigung gegen Hitze. Er hat ständig Hunger und eine gute Verdauung. Pitta-Typen sind leicht erregbar, unternehmungslustig und mutig. Sie neigen allerdings auch zu Ungeduld und Ärgerlichkeit.

Das Grundprinzip von Kapha sind Struktur und Trägheit. Das Dosha besteht aus den Elementen Erde und Wasser und steht für das Nährende und Mütterliche. Auf der körperlichen Ebene ist Kapha für die Festigkeit beispielsweise bei Knochen, Zähnen und Nägeln verantwortlich. Der Kapha-Typ neigt zu Übergewicht und zeigt eine große Stärke und Ausdauer. Kapha-Typen sind eher ruhige Persönlichkeiten, die jedoch einen Hang zur Melancholie haben.

Die traditionellen Heilmethoden im Ayurveda

Eine entscheidende Rolle in der Behandlung und Prävention von Krankheiten spielt im Ayurveda die Ernährung. Je nach Konstitution sind verschiedene Nahrungsmittel mehr oder weniger empfehlenswert. So eignen sich für den Vata-Typ vor allem Speisen, die in Öl zubereitet werden. Der Pitta-Typ reagiert positiv auf kühlende Lebensmittel wie beispielsweise Wassermelone und der Kapha-Typ sollte eine leichte und fettarme Kost bevorzugen. Mithilfe eines individuellen Ernährungsplans kann Einfluss auf das Gleichgewicht der Doshas genommen werden.

Im Mittelpunkt des Ayurveda stehen zudem intensive Reinigungskuren, die auch als Panchakarma bezeichnet werden. Ziel ist die Ausleitung von abgelagerten Stoffwechselendprodukten, Umweltgiften und unverdauten Bestandteilen der Nahrung. Auch die geistige Entgiftung ist Teil der Reinigungskuren. Dazu kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Fester Bestandteil jeder Panchakarma-Kur ist die tägliche Einnahme von geklärter Butter (Ghee), die die Schlacken im Körper lösen soll. Kräutereinläufe, Brechmittel, der Aderlass und die Inhalation von Kräuterrauch dienen ebenfalls der Mobilisierung und Ausscheidung der Schlacken. Eine Panchakarma-Kur sollte immer von einem ausgebildeten Therapeuten begleitet werden.

Die ayurvedischen Ölbehandlungen dienen zwar eigentlich ebenfalls der Ausleitung von Stoffwechselendprodukten, sie werden aufgrund ihrer entspannenden Wirkung aber auch häufig im Wellnessbereich angeboten. Im Ayurveda gibt es verschiedene Massagetechniken.
Klassischerweise wird die Ganzkörper-Massage (Abhyanga) durchgeführt. Dabei verwenden die Masseure viel warmes Öl, das mit Kräuterextrakten vermischt wird. Durch die speziellen Griffe soll der Energiefluss im Körper angeregt und so eine tiefe Entspannung erzielt werden. Beim Synchron-Abhyanga arbeiten gleich zwei Therapeuten am Patienten. Nicht immer muss jedoch eine Ganzkörpermassage durchgeführt werden.
Je nach Indikationen können Rücken-, Fuß- oder Gesichtsmassagen sinnvoll sein. Eine Besonderheit des Ayurveda ist der Stirnölguss Shirodhara. Hier fließt aus einer Höhe von etwa zehn Zentimetern Öl auf Stirn und Kopf des Behandelten. Diese Ölbehandlung soll sich beruhigend auf das vegetative Nervensystem auswirken und so harmonisierend und entspannend wirken.
Wer auf Ölbehandlungen verzichten möchte, kann sich mit Seidenhandschuhen bei einer Trockenmassage massieren lassen. Diese Art der Massage dient der Durchblutungsförderung und soll zudem den Lymphfluss anregen.

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