Akupressur - Mit Druck die Selbstheilungskräfte aktivieren

Akupressur – mit Druck die Selbstheilungskräfte aktivieren

Die Akupressur ist Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Man kann sie als Vorläufer der Akupunktur ansehen. Im Gegensatz zu dieser kann sie mit einiger Übung auch von Laien bzw. vom Betroffenen selbst angewendet werden. Mit den Fingern wird Druck auf bestimmte Punkte ausgeübt. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und ein physisches oder psychisches Ungleichgewicht auszugleichen. Dadurch kann sie gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt werden.

Hintergrund der Akupressur

In der TCM wird davon ausgegangen, dass es eine Lebensenergie gibt. Diese wird als Qi bezeichnet. Sie wohnt allem Lebendigen inne. Beim Menschen konzentriert sie sich in den Organen und in einem Netzwerk von Kanälen, den Meridianen. Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Gesundheit des Menschen von der Ausgewogenheit der Lebensenergie abhängig. Krankheit entsteht, wenn der Energiefluss durch unterschiedliche Faktoren behindert ist und das Qi nicht mehr ungehindert fließen kann. Das kann sowohl durch äußere Umstände wie Hitze oder Kälte geschehen, als auch durch Emotionen, Krankheiten, Verletzungen oder eine ungesunde Lebensweise. Außerdem sieht die TCM in den Blockaden der Lebensenergie auch den Grund für das steigende Übergewicht der Menschen. Das Ungleichgewicht in der Lebensenergie führt zu einem gesteigerten Appetit, welcher in der Folge zu Übergewicht führt. Deshalb kann Akupressur auch beim Abnehmen förderlich sein.

Die Akupressurpunkte und Meridiane

Insgesamt gibt es zwölf Hauptmeridiane und acht außerordentliche Meridiane. Die Meridiane (Leitbahnen der Lebensenergie) verlaufen sowohl innen als auch außen an der Körperoberfläche. Sie bilden Funktionskreisläufe mit den Organen. Je nachdem, welcher Meridian blockiert wird, kann das betroffene Organ nicht mehr richtig arbeiten und der Betroffene wird krank. Insgesamt liegen auf den Hauptmeridianen 361 verschiedene Akupunktur- bzw. Akupressurpunkte. Bei der Akupressur werden sie durch Druck mit den Fingern stimuliert. Meist können die wichtigsten Punkte ertastet werden, weil sie etwas schmerzempfindlicher sind. Beispielsweise liegt einer dieser Punkte (Di-4) auf dem Dickdarmmeridian auf dem Handrücken in Verlängerung des Zeigefingers, auf Höhe des Übergangs zum Daumen. Akupressur an dieser Stelle kann unter anderem zu einer Linderung von Kopfschmerzen führen. Ein weiterer Punkt (Ni-3) liegt auf der Fußinnenseite zwischen Knöchel und Achillessehne. Sanfter Druck auf diese Stelle wird bei Tinnitus und Schwindel angewandt.

Durchführung der Akupressur

Prinzipiell kann eine Akupressur zu Hause selbst durchgeführt werden. Aber man muss die genauen Stellen der Akupressurpunkte kennen. Deshalb ist Vorbereitung nötig. Am besten ist die Unterstützung eines erfahrenen Arztes, Therapeuten oder Heilpraktikers. Man kann auch Akupressur-Kurse belegen, zum Beispiel an einer Volkshochschule. Für die Therapie sollte der Magen weder voll noch ganz leer sein. Mit der Fingerkuppe oder dem Fingernagel wird Druck auf die entsprechende Stelle ausgeübt. Die Dauer reicht von fünf Sekunden bis zu fünf Minuten. Die Intensität des Drucks hängt auch von der erwünschten Wirkung ab. Für eine beruhigende Wirkung sollte fester Druck ausgeübt werden, für eine anregende Wirkung eher sanfter Druck. Manchmal kann statt drücken auch klopfen, reiben oder kneten hilfreich sein. Es dauert unterschiedlich lang, bis die Wirkung der Akupressur eintritt – eine spürbare Sofort-Wirkung ist möglich. Es kann aber auch 15-20 Minuten dauern. Die Akupressur kann bis zu dreimal am Tag stattfinden, am besten morgens, mittags und abends. Zwischen den einzelnen Behandlungen sollte auf jeden Fall eine kurze Pause eingelegt werden, damit sich die Wirkung der Akupressur entfalten kann.

Behandlung mit Akupressur

Die Akupressur kann bei einer Vielzahl von Beschwerden angewendet werden. Vorher sollten jedoch genaue Informationen eingeholt werden, welcher Akupressurpunkt für welche Beschwerden eingesetzt wird. Vor allem in der Schwangerschaft sollte ein erfahrener Arzt oder Therapeut zu Rate gezogen werden, da manche Punkte bei werdenden Müttern nicht stimuliert werden sollten. Trotzdem kann die Akupressur bei schwangeren Frauen auch beispielsweise gegen Morgenübelkeit eingesetzt werden. Die Akupressur wird vor allem bei folgenden Problemen angewendet:
  • Kopfschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Menstruationsschmerzen und unregelmäßige Periode
  • erhöhter Blutdruck
  • Ohrprobleme (zum Beispiel Tinnitus oder Entzündungen)
  • Muskelverspannungen
  • Atemwegserkrankungen (zum Beispiel Asthma)
  • Verdauungsprobleme (zum Beispiel Durchfall, Verstopfung)
  • Übergewicht
  • Übelkeit
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Nervosität und Ruhelosigkeit
  • Schlafstörungen