Magazin
Mit Freunden teilen

Was ist orange, stachelbewehrt und kommt ursprünglich aus Nepal?

1957: 0

Die Vitaminpflanze Sanddorn stellt sich vor

Seine Frucht ist wertvoll, aber die Ernte nicht gerade leicht: der Sanddorn (Hippophae rhamnoides). Die Äste der auch Fasanenbeere oder Rote Schlehe genannten Pflanze, die bis zu fünf Metern hoch werden kann, sind sparrig und haben spitze Dornen, weshalb das Pflücken von reifen Sanddorn-Beeren schwierig ist. Am besten bindet man um größere Äste eine Schnur, zieht sie so weit wie möglich auseinander, legt ein Tuch unter den Strauch und schneidet die Beeren mit einer Schere ab. Mit den Fingern zu pflücken, ist weniger empfehlenswert, da die Beeren dabei leicht zerdrückt werden und ihren wertvollen Saft verlieren. Sanddorn ist ein Strauch, der auch baumförmige Ausmaße annehmen kann. Interessant ist neben seiner Frucht auch sein Wurzelwerk: er kann sich bis zu drei Metern in die Tiefe und bis zu zwölf Metern in die Breite ausdehnen.

 

Auf flachgründigen Böden kann sich Sanddorn deshalb gut verankern, weshalb man ihn gerne für die Befestigung von Dünen, Hängen und Böschungen verwendet - bei uns wachsen die Sträucher mit den orangefarbenen Früchten beispielsweise in den Küstenregionen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die ursprüngliche Heimat des Sanddorns ist Nepal. Durch eiszeitliche Verschiebungen breitete er sich weiter nach China, Sibirien und bis ins nordwestliche Europa aus, wo er kalkhaltige Sand- und Kiesböden in sonnigen Lagen bevorzugt. Die Pflanze besitzt weibliche und männliche Blüten, die von März bis Mai blühen. Hippophae rhamnoides bringt zwischen August und Dezember eiförmige, orangerote bis gelbe Beeren hervor, die zwischen fünf und acht Millimetern groß werden. Die Beeren des Sanddorns sind medizinisch sehr interessant, denn sie enthalten zwischen 200 bis 900 mg Vitamin C pro 100 g Fruchtfleisch, was die frischen Beeren aber auch Sanddornsaft besonders gesund macht.

Ein echter Vitamin-C-Star – und noch viel mehr

Damit ist ihr Vitamin C-Gehalt etwa vier bis zehn Mal so hoch wie der von Zitronen und Orangen. An hochdosierte Infusionen mit Vitamin C reicht der Sanddorn im Hinblick auf den Gehalt an Vitamin C pro 100 g natürlich nicht heran: 15.000 mg auf 100 Gramm gerechnet bleiben unerreicht. Sanddornbeeren sind über den hohen Vitamin-C-Gehalt hinaus auch reich an Beta-Carotin und z.B. den B-Vitaminen und Vitamin E, außerdem enthalten sie wertvolle Mineralstoffe und Anthocyane, die der Alterung von Körperzellen entgegenwirken. Im Sanddornfleisch findet sich sogar das Vitamin B12, welches ansonsten überwiegend in tierischer Nahrung enthalten ist, weshalb Sanddornsaft für Vegetarier und Veganer eine gute Nahrungsergänzung darstellt. Die in den Früchten enthaltenen Sanddornsamen enthalten zwischen drei und fünf Prozent fettes Öl, das reich ist an ungesättigten Fettsäuren, Beta-Karotin und praktisch dem ganzen Spektrum der Vitamine, unter anderem natürlich die fettlöslichen Vitamine wie Vitamin E sowie Provitamin A, B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe.
Sanddornbeeren sind wegen ihres hohen Gehalts an Vitamin C eine gute Unterstützung bei Infektanfälligkeit, Erkältungen, fieberhaften Infekten und in der Rekonvaleszenz. Ein angenehmer Nebeneffekt: viel Sanddorn im Winter beugt auch der Frühjahrsmüdigkeit am Ende der kalten Jahreszeit vor!

Saft, frische Früchte, Marmelade: Wie schmeckt Sanddorn?

Sanddornbeeren schmecken frisch, leicht herb und säuerlich, allerdings spielt der Frischverzehr der Frucht praktisch keine Rolle. Im Vordergrund stehen verarbeitete Produkte wie Sanddornsaft, Fruchtaufstriche oder getrocknete Beeren für Tees.

Sanddorn: Medizinisches Multitalent

Fettes Sanddornöl aus den Samen von Hippophae rhamnoides hat eine heilende Wirkung auf die Haut und ist deshalb Bestandteil vieler Sanddorn-Produkte in der Naturkosmetik. Sanddorncremes mit Sanddornöl halten die Haut aufgrund ihrer gesunden Inhaltsstoffe weich und geschmeidig, lindern den Juckreiz – vor allem bei Altershaut – und sind bei regelmäßiger Anwendung ein guter Schutz gegen Decubitus (Wundliegen) bettlägriger Patienten. Sie wirken Faltenbildung und Pigmentstörungen entgegen, schützen vor UV-Strahlung und freien Radikalen und machen die Haut widerstandsfähiger gegen Sonnenbrand, was nicht nur für Menschen, die viel im Freien arbeiten, wichtig ist. Sanddorncremes wirken auf die Haut regenerierend, entzündungshemmend und antibakteriell – diese Wirkung bezieht sich übrigens auch auf Schleimhäute, weshalb Sanddorn bei Schleimhauterkrankungen des Verdauungstraktes wie Sodbrennen, Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüren ebenfalls gute Wirkungen zeigt.