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Vanille (Vanilla planifolia) – die Königin der Gewürze

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Traumhafter Geschmack der Heil- und Gewürzpflanze plus Anbau- und Nutztipps

 Wussten Sie, dass die Echte Vanille eine Orchideen-Art ist? Ursprünglich stammt die Kletterpflanze mit meterlangen Sprossen und hellgelben Blüten aus Mexiko und wurde von den Spaniern nach Europa gebracht. Der Handelsname „Bourbon-Vanille“ stammt von einem ehemaligen Hauptlieferanten der Vanille, der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Sie war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Namen „Île Bourbon“ bekannt.

Qualität in Handarbeit

Das Gewürz Vanille entsteht aus den fermentierten Samenkapseln („Schoten“) der Vanillepflanze. Der langwierige Prozess der Fermentation, der aus Blanchieren, Trocknen in der Sonne und Reifung besteht, sowie die aufwändige Bestäubung der Vanilleblüten von Hand machen die im Handel erhältlichen Vanille-Schoten vergleichsweise teuer. Die meisten davon stammen aus Madagaskar, die teuersten Qualitäten aus Tahiti.

Heil- und Gewürzpflanze: Ein Aroma zum Verlieben

Als Heilpflanze spielt die Vanille eine untergeordnete Rolle, ihr Duft soll allerdings stimmungsaufhellend und beruhigend wirken. Kulinarisch hingegen hat die Vanille weit mehr zu bieten als Gewürz von Vanillekipferl, Vanilleeis oder Pudding: mittlerweile experimentieren Köche in aller Welt mit Vanille zu Fisch oder Fleisch. Auch zu leicht süßlichen Gemüsen soll die Vanille gut passen, etwa zu Karotten oder Spargel – das ist allerdings Geschmackssache.

Kann man Vanille selbst anbauen?

Ja, allerdings wird man es in der Regel nur im Gewächshaus mit etwa 27 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 75 Prozent schaffen, die Pflanzen tatsächlich zum Blühen zu bekommen. In der Blütezeit muss man zudem schnell sein, da sich die Blüte nur einen Tag lang öffnet und in dieser Zeit per Hand bestäubt werden muss, damit aus ihr eine Schote entsteht. Aber auch als Zimmerpflanze kann man an den langen Ranken und den glänzenden Blättern viel Freude haben.

Vanillezucker selbst herstellen

Ausgekratzte Vanilleschoten braucht man übrigens nicht wegzuwerfen, denn aus ihnen lässt sich ganz einfach ein sehr aromatischer Vanillezucker herstellen. Hierfür die ausgekratzten Schoten in ein luftdichtes Gefäß (z. B. ein Einmachglas) voller Zucker stecken. Mit der Zeit geben die Schoten das Aroma an den Zucker ab und man erhält selbstgemachten Vanillezucker.