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Spargel: Müssen Gichtpatienten verzichten?

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Was sollte man hinsichtlich der enthaltenen Purine beachten?

Spargel & Gicht: Gichtpatienten wird häufig mit dem Hinweis auf einen hohen Purin-Gehalt von Spargel zur Vorsicht geraten. Hintergrund: Der Körper wandelt Purine in Harnsäure um, die über die Nieren ausgeschieden wird. Bei zu viel Harnsäure im Körper können sich jedoch Harnsäurekristalle bilden und sich z. B. in den Gelenken von Fingern und Zehen ablagern. Die Folge können Schwellungen und Schmerzen sein.

Was ist dran an der häufig zu lesenden Purin-Warnung?

Diese „Purin-Warnung“ an Gichtpatienten muss allerdings ins richtige Verhältnis gesetzt werden: Schaut man sich die Purin-Werte von Lebensmitteln an, stellt man fest, dass der Purin-Wert von Spargel (10 mg Purine auf 100 g Spargel) im Vergleich zu anderen Gemüsesorten keineswegs außergewöhnlich hoch ist: Brokkoli (21 mg Purine auf 100 g) oder Lauch (17 mg Purine auf 100 g) weisen etwa doppelt so hohe Werte auf – ohne dass hier Verzehrwarnungen zu lesen sind.

Auch Obst wie Bananen und Erdbeeren hat einen höheren Purin-Wert als Spargel, Fleisch und Fisch sowieso (z. B. Schweinefleisch 63 mg Purine auf 100 g oder Forelle mit 83 mg Purine auf 100 g). Es kommt also generell auf die verzehrte Menge an.

Wo können Purine sonst noch herkommen?

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Spargel wird häufig nicht pur genossen. Daher rührt eine hohe Purinbelastung oftmals davon, was zum Spargel dazu gegessen wird: „Beilagen“ wie Kochschinken (83 mg Purine auf 100 g) oder Lachs (68 mg Purine auf 100 g) verzerren hier das Bild und stellen den „unschuldigen“ Spargel in ein ungünstiges Licht.

Fazit: Spargel ist dank seiner Inhaltsstoffe sehr gesund, Nierenkranke und Gichtpatienten sollten auf die verzehrte Menge achten und darauf, was zum Spargel sonst noch gegessen wird.