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Siegeszug der Naturmedizin: Mit Fachwissen und Vertrauen punkten

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Warum Naturmedizin in der Mitte der Bevölkerung angekommen ist und die Branchenriesen glauben, sich Wissen einfach einkaufen zu können.

Im Wunsch vieler Menschen nach natürlicher Behandlung im Krankheitsfall ist ein riesiges Potenzial verborgen. Das haben mittlerweile auch Dax- und MDax-gelistete Konzerne erkannt und setzen auf die Heilkraft der Natur. Zunehmend rücken pflanzliche Magen-Darm-Präparate oder auch Beruhigungsmittel in den Fokus der Hersteller chemisch-synthetischer Arzneimittel. Auch wenn die behördlichen Zulassungsvoraussetzungen bei natürlichen und synthetischen Medikamenten dieselben sind, stellt die neuerkannte Marktchance die Branchenriesen vor Probleme.

Spezialwissen ist gefragt – aber woher nehmen?

Wer mit Naturmedizin Geld verdienen will, braucht spezielles Know-How, sei es in der Erforschung, in der Entwicklung von Produkten, in fachkundiger Beratung für Ärzte und Heilpraktiker, im Heilpflanzenanbau oder in der Produktion. Da solches Spezialwissen nicht in einem Wochenendseminar erworben werden kann, greifen Konzerne gern auf Fachkräfte aus der Naturheilkunde zurück.

Anstatt sich langwierig selbst zu spezialisieren, Expertenwissen zu entwickeln und zu erproben, ist es vermeintlich einfacher, sich bereits vorhandener Expertise zu bedienen. Das könnte sich allerdings als Trugschluss erweisen.

Expertenwissen kann man nicht kaufen

Ähnlich der Branchengrößen in der Fußball-Bundesliga werden die Top-Leute von der Konkurrenz abgeworben, was zweierlei Zielen dient: der eigenen Stärke und der Schwächung der Mitbewerber. Gerade kleinen und mittleren Unternehmen wird so in jüngster Zeit immer häufiger stark zugesetzt. Was in der Natur gilt, trifft aber oft auch auf Menschen zu: Mitarbeiter zu entreißen und woanders neu einzupflanzen gelingt nicht immer, weil das Umfeld nicht stimmt. Hier kommen die Stärken der vermeintlich Kleinen zum Tragen, nämlich wertschätzende Mitarbeiterführung, flache Hierarchien und damit kurze Entscheidungswege, eine über Jahrzehnte gewachsene Belegschaft, die sich untereinander kennt und ein unternehmensinternes Know-how, das natürlich gewachsen und nicht zusammengekauft ist. Ähnlich wie im Ballsport lässt sich die Tendenz erkennen, dass Geld weder Tore schießt, noch Naturmedizin erfolgreich leben kann.

Vertrauen zählt

Gerade, wenn es um Gesundheit geht, spielt Vertrauen eine wichtige Rolle. Auch hier haben die traditionellen Unternehmen aus der Naturmedizin ihren Konzernkonkurrenten so Einiges voraus. Menschen wissen jahrzehntelange Tradition aus Familienhand zu schätzen, bevorzugen einen persönlichen Kontakt gegenüber einem anonymen Konstrukt und sind durch die zahlreichen Pharma-Skandale der chemisch-synthetischen Industrie abgeschreckt. Ärztebestechungen, unlautere Vermarktungspraktiken, katastrophale Nebenwirkungsmeldungen oder gar Todesfälle haben Spuren im Bewusstsein der Bevölkerung hinterlassen.

Grün ist im Trend – auch bei der Gesundheit

Der Trend zu Bio, zu Naturnähe, zu Handarbeit und zu regionalem Anbau spielt den Familienunternehmen der Naturheilkunde in die Karten. Hier werden die Heilpflanzen teilweise noch von Hand geerntet und ausgewählt, hier kennt man den Saatgutanbieter und den Landwirt persönlich, hier weiß man, wo die Zutaten herkommen und wie aus der Pflanze am Ende das Naturprodukt für die Apotheke entsteht – von Menschen für Menschen, aus Liebe zur Natur, mit Sorgfalt und Erfahrung hergestellt. Ohne ein solches Verständnis für Naturmedizin bleibt das Arzneimittel ein Chemieprodukt mit grünem Anstrich.