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Salbei (Salvia officinalis) – das Multitalent

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Ob gegen Bauch- oder Halsweh, zu viel Hitze oder zu viel Milch – Salbei gehört zu den beliebtesten Heilpflanzen und Gewürz-Kräutern. Aber was hat Chia damit zu tun?

Schon der Name verrät die Bedeutung dieser beliebten Gewürz- und Heilpflanze: Sowohl "Salbei" als auch "Salvia" sind abgeleitet vom lateinischen Wort salvare für heilen, retten. 

Entsprechend viele Einsatzmöglichkeiten gibt es für den offizinellen, also den Echten Salbei. Die Art der Aufbereitung der Pflanzenbestandteile ist verantwortlich für den Gehalt an Wirkstoffe. Für pflanzliche Arzneimittel werden alkoholische Extrakte verwendet. Diese enthalten sowohl das ätherische Öl als auch die Gerbstoffe und Flavonoide. Das ätherische Öl besteht zu etwa 60 % aus Thujon, aber auch Cineol, Campher und Thujylalkohol sind enthalten. Thujon findet man auch in Thymian, Wermut und Rosmarin. Auch Cineol ist Bestandteil anderer Kräuter z.B.von Basilikum, Rosmarin und Minze während man Campher u.a. auch in Lavendel findet. Das Salbei-Öl wirkt insbesondere desinfizierend, schweißhemmend und beruhigend. Die in Salbei enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide sind maßgeblich für die antientzündliche Wirkung verantwortlich. Diese werden vor allem in wässrigen Extrakten, also in Tees herausgelöst.

Was hat Chia mit Salbei zu tun?

Chia-Samen, die zunehmend in Brot und Müsli Verwendung finden, sind keineswegs die Körner eines exotischen Getreides. Der Mexikanische Chia und der Kalifornischen Chia stammt von zwei in Mittelamerika verbreiteten Salbei-Arten: Salvia hispanica und Salvia columbariae. Genau genommen handelt es sich dabei um die so genannten Klausen dieser Pflanzen, also nussartige kleine Früchte, die für die Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) typisch sind.

Salbei als Naturmedizin und in der Volksmedizin – Gut zu wissen

  • Wegen des hohen Thujon-Gehaltes sollten weder alkoholische Extrakte noch das ätherische Salbei-Öl während der Schwangerschaft eingenommen werden. Tee und Gurgellösung sind kein Problem.
  • Salbeitee kommt bei Erkältungskrankheiten, Verdauungsbeschwerden und vermehrter Schweißbildung zum Einsatz.
  • Zur Herstellung eines Tees und einer Gurgellösung eignen sich sowohl das frische Kraut als auch die getrockneten Salbeiblätter. Einfach mit heißem Wasser übergießen und mindestens 15 Minuten ziehen lassen.
  • Als Gurgellösung kann man den Tee dann bei Halsschmerzen und Entzündungen der Mund- und Rachen-Schleimhaut anwenden.
  • Traditionell wurde das Kauen von frischen Salbeiblättern empfohlen, um das Zahnfleisch zu kräftigen und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Infekten zu erlangen.
  • Volksmedizinisch soll Salbei die Empfängnisbereitschaft erhöhen.
  • Salbei soll auch die Milchsekretion hemmen. Deshalb wurde er volksmedizinisch als Unterstützung beim Abstillen verwendet.

Neben der vielfältigen Anwendung der Heilpflanze Salbei in der Pflanzenheilkunde, kommt der Salbei unter der Bezeichnung Salvia officinalis auch in der Homöopathie zum Einsatz. Hier wird er eingesetzt:

  • zur Harmonisierung der Schweißbildung
  • zur Beruhigung überempfindlicher Nerven
  • bei Magen-Darmschleimhautentzündungen und Appetitlosigkeit