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Esche: Mythischer Weltenbaum und biegsamer Rheumaspezialist

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Naturmedizinischer Wirkstoff Weiße Esche

In der nordischen Mythologie ist die Esche ein bedeutender Baum: Yggdrasil, die Weltenesche ist der erste Baum, der wächst, den gesamten Kosmos verkörpert und dessen riesige Äste sich über alle Welten und den Himmel ausstrecken – wie man in der isländischen Sagensammlung Edda nachlesen kann.

Vielseitig einsetzbar

Mit einer Wuchshöhe von bis zu 40 m zählt die Esche zu den höchsten Laubbäumen Europas, deren festes und biegsames Holz sich für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke eignet. Der Name Esche leitet sich aus dem althochdeutschen Wort für Speer ab, weil das elastische Eschenholz gut für Speere, aber auch für Werkzeuggriffe und Sportgeräte geeignet ist. Der „Baum des Jahres“ 2001 gehört damit zu den wichtigsten Laubhölzern Europas, nach Buche und Eiche.


Eschenpollen als Allergie-Auslöser

Die Blütenpollen der Esche haben eine mittlere bis starke allergene Potenz, d.h. sie können bei Pollenallergikern die typischen Heuschnupfensymptome wie tränende und juckende Augen, Fließschnupfen oder beispielsweise Niesattacken auslösen. Die Esche blüht, je nach Witterung bereits ab Mitte Februar, der Höhepunkt des Pollenflugs liegt aber eher im April, parallel zur Birke.

Die Esche als Naturheilmittel

Eschen können auf der anderen Seite aber auch positiv etwas für die Gesundheit tun, abhängig davon, um welche Art es sich handelt. Die Weiße Esche (Fraxinus americana) stammt aus Nordamerika, wird aber seit 1723 auch in Europa kultiviert. Sie ist unserer einheimischen Esche (Fraxinus excelsior) sehr ähnlich, auch die Holzqualität ist vergleichbar. Die beiden Arten unterschieden sich jedoch in ihrer volksmedizinischen Anwendung: Die einheimischen Esche wurde klassischerweise bei rheumatischen Erkrankungen und Nierensteinen eingesetzt (so etwa bei Hieronymus Bock, Hildegard von Bingen und Christoph Wilhelm Hufeland), ihre nordamerikanische Schwester hingegen bei Frauenleiden. Homöopathisch wird die Weiße Esche auch weiterhin bei Gebärmuttererkrankungen eingesetzt.