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Entschleunigung statt FOMO

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Wenn die Sorge, etwas zu verpassen, das Leben bestimmt

Viele von uns beschleicht das ungute Gefühl, zu wenig Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu haben: Familie, Freunde oder einfach für sich selbst, eigene Wünsche, Hoffnungen und Interessen. Auf den ersten Blick eine paradoxe Situation: durch technischen Fortschritt sollten wir alle eigentlich mehr statt weniger Zeit haben, es soll einfacher werden, Technik soll uns unterstützen, für den Menschen da sein – und nicht umgekehrt! Wir können jederzeit mit nahezu jedem in der Welt in Austausch treten, Entfernungen immer schneller überbrücken, rund um die Uhr einkaufen und erreichbar sein.

Mittlerweile sind wir allerdings in modernen Gesellschaften von einer Eigendynamik dieses Fortschritts konfrontiert, die nahezu alle Lebensbereiche umfasst und uns regelrecht im Klammergriff hat. Egal ob im Beruf, in der Freizeitgestaltung oder in Beziehungen:

Alles muss noch schneller, noch effizienter und spektakulärer werden, höher, schneller, weiter kennt kaum noch Grenzen. Unsere menschlichen Bedürfnisse nach Ruhe, Gemeinsamkeit, Geselligkeit, nach echtem kommunikativem Austausch und persönlicher Entwicklung werden immer mehr ignoriert, das Beständige bricht weg, der Wechsel vollzieht sich immer schneller und wir sind nur noch damit beschäftigt, allem und jedem nachzuhecheln – aus Angst abgehängt zu werden oder etwas zu verpassen: Stichwort FOMO, Fear of missing out.

Das hat Folgen dafür, wie wir mit uns, mit unseren Mitmenschen und mit unserer Umwelt umgehen. Ausbeutung betrifft nicht allein natürliche Ressourcen wie Wälder & Wasser, sondern auch uns selbst, denn auch unsere psychischen Ressourcen sind nicht unendlich. Wer keine Zeit mehr hat, durchzuatmen, sich zu erden, Kraft zu schöpfen und die Akkus wieder aufzuladen wird irgendwann die Folgen davon spüren. Permanente Anspannung, schlechter Schlaf und dauerhaftes Gasgeben führt über kurz oder lang auch zu gesundheitlichen Beschwerden – Depression, stressbedinge Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Burnout, uvm.

Es wird schwer, unsere gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Situation kurzfristig stark zu verändern, aber wir können Natur nutzen, um uns selbst wieder näherzukommen und einen ersten Schritt zur Entschleunigung zu machen. Beruhigende, entstressende Heilpflanzen können uns dabei helfen, den Ausstieg aus dem Hamsterrad zu schaffen, ruhig die Lebenssituation zu überprüfen und bewerten und Maßnahmen zu ergreifen. Jeder Einzelne kann für sich und zum Wohle anderer hier in kleinen Schritten die Wende einleiten. Die Natur ist dafür der beste Ratgeber und ein wirklich gelungenes Erfolgsmodell: "Die Natur beeilt sich nicht, dennoch wird alles erreicht" (Laotse).