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Ein Name, der für Verwirrung sorgt: Buchweizen ist kein Getreide

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Echter Buchweizen (Fagopyrum esculentum) für Küche und Gesundheit

Auch wenn der Namensbestandteil „Weizen“ es zu Unrecht vermuten lässt: Buchweizen ist kein Getreide, sondern eine Pflanzengattung aus der Familie der Knöterichgewächse. Schon wenn man sich die krautige Pflanze mit ihren herzförmigen grünen Blättern und weißlichen Blütenständen anschaut, sieht man auf den ersten Blick, dass es sich nicht um Getreide, sondern ein sogenanntes „Pseudogetreide“ handelt. Das ist eine sehr wichtige Unterscheidung, insbesondere für Menschen, die von Weizen oder anderen typischen Getreiden gesundheitliche Probleme bekommen, denkt man beispielsweise an Zöliakie. Die Zöliakie ist eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Sie wird durch die Unverträglichkeit von Gluten, einem in Getreide vorkommenden Klebereiweiß, verursacht. Die Darmschleimhaut ist dabei chronisch entzündet und das hat Symptome wie Durchfall, Bauchschmerzen oder beispielsweise Gewichtsverlust zur Folge.

 

Glutenfrei: Buchweizen als Alternative

In früheren Zeiten war Buchweizen ein klassisches Arme-Leute-Essen. Das hat sich mittlerweile geändert: Gerade bei Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit ist der glutenfreie Buchweizen eine willkommene Alternative zu Getreide, zumal er vielfältig in der Küche einsetzbar ist und es unzählige leckere Rezepte gibt, beispielsweise verschiedene Pfannkuchen aus Buchweizen (wie die bekannten Blini aus der russischen Küche), Buchweizen-Grütze, Buchweizen-Nudeln, außerdem Graupen, Gries und Mehl. Es können ganze Körner oder aus Buchweizen gewonnenes Mehl verwendet werden. Bei Buchweizenmehl ist allerdings im Vergleich zu anderen Mehlsorten zu beachten, dass es nicht eigenbackfähig ist, also kein geeignetes Brotgetreide ist. Es wird daher oftmals anderen Getreidesorten zugefügt, um Buchweizenbrot herzustellen – doch aufgepasst: Schon ab einem Anteil von 20% Buchweizen darf das Brot Buchweizenbrot genannt werden, obwohl zum überwiegenden Teil gar kein Buchweizen enthalten ist (und das Brot dann eventuell wieder nicht glutenfrei ist). 

Buchweizen ist gesund

Buchweizen wurde vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 1999 gewählt. Kein Wunder, denn Buchenweizen ist nicht nur lecker, sondern das Pseudogetreide kann im Rahmen einer gesunden Ernährung auch eine wichtige Rolle spielen. Er enthält neben einer größeren Menge an hochwertigem pflanzlichem Eiweiß auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide (z.B. Rutin) und wichtige Nährstoffe wie B-Vitamine und Mineralien.

Wichtiger Hinweis zum Kochen mit Buchweizen

Anders als beispielsweise Reis sollte Buchweizen immer geschält verarbeitet und verzehrt werden. Der Grund: Das gesunde Korn wird von einem roten Häutchen umgeben, das durch den Inhaltsstoff Fagopyrin wiederum Allergien auslösen kann. Man spricht hier von der sogenannten "Buchweizenkrankheit" (auch "Buchweizenausschlag" oder "Fagopyrismus"): die Haut wird dadurch empfindlicher gegenüber Sonnenlicht, es entsteht eine Art Sonnenbrand ("Photodermatitis") mit juckendem Ausschlag. Aus gesundheitlicher Perspektive empfiehlt es sich also, geschälte Buchweizenkörner zu verwenden.