Reflexzonen-Therapie

Körpersegmente und Reflexzonen

Durch das Nervensystem sind sämtliche Bereiche und Funktionen des Körpers miteinander verbunden. Bestimmte Nerven versorgen sowohl bestimmte Organe, aber auch die Muskeln und die Hautoberfläche einer Körperregion. Dieser Komplex bildet ein so genanntes Segment. Veränderungen innerhalb des Segmentes wirken sich auch auf die anderen Teile aus. Während Erkrankungen eines Organes also auch Auswirkungen auf die Haut haben können, lassen sich umgekehrt Organerkrankungen über eine Behandlung der zugehörigen Hautareale (Reflexzonen) behandeln. Dabei können die Hautareale weit entfernt von den Organen liegen. Während die ganze Körperoberfläche die Reflexzonen bestimmter Organe widerspiegelt, gibt es aus erfahrungsheilkundlicher Sicht auch einzelne Regionen, in denen noch einmal der ganze Körper dargestellt wird. Das sind insbesondere die Hände, Füße und Ohren. Über eine gezielte Beeinflussung bestimmter Reflexzonen lassen sich so Körperfunktionen anregen oder abschwächen.

Reflexzonen-Therapie – die Selbstheilungskräfte aktivieren

Ähnlich wie viele andere traditionelle Heilverfahren, die der alternativen Medizin zugeordnet werden, wie beispielsweise die Homöopathie, zielt die Methode der Reflexzonen-Therapie in erster Linie auf die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers ab.

Hand- und Fuß-Reflexzonen-Therapie und Reflexpunkte

Grundlage für die Hand- bzw. Fuß-Reflexzonen-Therapie ist die charakteristische Einteilung des Körpers in Segmente. Insgesamt gibt es davon zehn, die längs über den Körper verlaufen. Dabei gilt, dass die rechts liegenden Zonen im rechten Fuß enden und die links liegenden im linken Fuß. In diesen Reflexzonen gibt es bestimmte Reflexpunkte, an deren Wechselbeziehungen zu den inneren Organen bestehen. Dadurch können Störungen im Körper erkannt und beeinflusst werden. Die Punkte können also sowohl diagnostisch eingesetzt als auch therapeutisch genutzt werden.

Anwendungsgebiete der Reflexzonen-Therapie

Die Reflexzonen-Therapie kommt bei einer Vielzahl von verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden zum Einsatz – zum Beispiel:
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Beschwerden und Schmerzen des Bewegungsapparates
  • Hautkrankheiten
  • Allergien
  • Stoffwechselstörungen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • psychosomatische Beschwerden, Schlafstörungen
  • Stress, Angst- und Unruhezustände
  • Verdauungsprobleme

Formen der Reflexzonen-Therapie

Es gibt ganz unterschiedliche Arten, Krankheiten über die Reflexzonen zu behandeln. Bei der Hand- und Fuß-Reflexzonentherapie wird meist ein Druck mit den Fingern auf bestimmte Reflex-Punkte ausgeübt. Bestimmte Punkte können aber auch mit Akupunkturnadeln stimuliert werden. Das macht man v.a. bei den Reflexpunkten im Ohr (Ohrakupunktur). Reflexzonen auf der Körperoberfläche können durch Schröpfen oder auch mit den Methoden der Neuraltherapie behandelt werden.

Durchführung der Fuß-Reflexzonen-Therapie

Die Fuß-Reflexzonen-Therapie oder -massage sollte für größtmögliche Wirksamkeit stets bei einem ausgebildeten Therapeuten erfolgen. Die Behandlung findet meist zwei- bis dreimal pro Woche statt und eine Sitzung dauert etwa 20 bis 25 Minuten. Wie viele Sitzungen in Anspruch genommen werden müssen, hängt von der Schwere der Krankheit ab. Meist geht eine Behandlungsserie über sechs bis zwölf Sitzungen. Während der Behandlung liegt der Patient mit leicht erhöhtem Oberkörper auf einer Liege. Bei der ersten Sitzung steht die Diagnose im Vordergrund. Dafür wird unter anderem der Fuß auf Schmerzhaftigkeit untersucht oder es wird die Veränderung der Atem- und Pulsfrequenz als Reaktion auf die Stimulation eines bestimmten Bereichs festgestellt. So werden der Reihe nach die unterschiedlichen Reflexzonen überprüft. In den darauffolgenden Sitzungen werden die Reflexzonen behandelt, die in der ersten Sitzung aufgefallen sind. Dafür übt der Therapeut meist mit den Daumen Druck auf die Reflexpunkte aus. Insgesamt ähnelt das Verfahren einer Fußmassage, allerdings werden hierbei gezielt nur bestimmte Teile des Fußes massiert, um die entsprechende Wirkung zu erzielen. Der bei einer Reflexzonen-Therapie ausgeübte Druck wird an die Schmerzgrenze des Patienten angepasst. Ist dieser besonders schmerzempfindlich, so wird nur leichter Druck ausgeübt. Auch der Rhythmus der Massage kann variiert werden. Ist ein Bereich eher erschlafft, so wird fester und schneller Druck eingesetzt, um diesen zu aktivieren. Bei einer übererregten Zone wird hingegen nur sanfter und langsamer Druck ausgeübt, um diese wieder zu beruhigen.

Wirkungen und Nebenwirkungen der Reflexzonen-Therapie

Durch die Massage soll zunächst die Durchblutung in dem behandelten Körperteil verbessert werden. Außerdem soll die Therapie die Abwehrkräfte des Körpers anregen und die Selbstheilungskräfte aktivieren. Darüber hinaus kann sie dazu beitragen, das vegetative Nervensystem positiv zu beeinflussen. Die Behandlung kann zudem die psychische Verfassung stabilisieren und den Schlaf verbessern. Durch die Aktivierung des Körpers während der Behandlung kann es neben der beabsichtigten Wirkung auch zu Nebenwirkungen kommen. Diese Reaktionen auf die Therapie zeigen jedoch an, dass diese ihre Wirkung entfaltet. Meist handelt es sich bei diesen Nebenwirkungen eher um harmlose, teilweise sogar positive Reaktionen des Körpers. So kann es zu einer Anregung körperlicher Ausscheidungen kommen, wie beispielsweise Schweiß und Urin.