Chiropraktik zur Behandlung des Bewegungsapparats

Die Chiropraktik ist ein manuelles Verfahren, das der Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparats dient. Haupteinsatzgebiet sind lokale und komplexe Beschwerden im Bereich von Muskeln, Sehnen oder Gelenken. Insbesondere die Wirbelsäule und das Becken spielen eine entscheidende Rolle. Mithilfe gezielter Handgriffe werden in der Chiropraktik Fehlhaltungen oder fehlerhafte Bewegungsabläufe korrigiert.

Die Entstehung der Chiropraktik

Begründer der Chiropraktik ist Daniel David Palmer, der von 1845 bis 1913 lebte und als Magnetopath und Gebrauchtwarenhändler tätig war. Seinen ersten Erfolg hatte Palmer, als er einem Hausmeister die Halswirbelsäule einrenkte, der dadurch seine Schwerhörigkeit verlor. Um das Zusammenspiel von Nerven, Knochen, Gelenken und Muskulatur weiter zu erforschen und seine Erkenntnisse weiterzugeben, gründete Palmer 1896 das Palmer College of Chiropractic. Gemeinsam mit seinem Sohn Bartlett Joshua Palmer verfeinerte er die Methode und etablierte die Chiropraktik als Therapieform. Heute wird diese Behandlungsmethode häufig auch als amerikanische Chiropraktik bezeichnet.

Die Grundlagen der Chiropraktik

Das chiropraktische Behandlungskonzept von Daniel David Palmer basiert auf der Annahme, dass bei der Verschiebung von Wirbeln die umliegenden Nerven eingeengt werden können. Man spricht hier auch von subluxierten Wirbeln. Diese Einengung der Nerven kann sich sowohl lokal als auch systemisch in Form von verschiedenen Beschwerden bemerkbar machen. Mithilfe spezieller chiropraktischer, also manueller Eingriffe durch den Chiropraktiker sollen die Subluxationen behoben werden, sodass die Beschwerden verschwinden können.

Osteopathie und Chiropraktik – gibt es Unterschiede?

Aus Sicht der Osteopathie entspricht der chiropraktische Ansatz jedoch nur bedingt dem Grundsatz der Ganzheitlichkeit. So kann der Meinung einiger Osteopathen zufolge, die Subluxation wiederkehren, wenn nicht die eigentliche Ursache dieser Wirbelverschiebung behoben wird. Die Osteopathie legt nämlich einen Fokus auf das Wechselspiel von Bewegungssystem, inneren Organen, Nervensystem und dem sogenannten Kranium, also dem Schädel. Gemäß den Grundsätzen der Osteopathie ist der Körper in der Lage sich selbst zu heilen – vorausgesetzt sämtliche Strukturen sind gut versorgt und beweglich. Ist dies nicht der Fall, versucht der Osteopath unter Betrachtung von Körper, Geist und Seele seines Patienten Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und zu behandeln. Somit verfolgt die Osteopathie ein eher ganzheitliches und weniger symptomorientiertes Konzept. Die Vertreter der amerikanischen Chiropraktik widersprechen diesem Vorwurf allerdings und sehen in der Manipulation der betroffenen Wirbel und Gelenke durchaus eine ursächliche Behandlung der Symptome.

Die chiropraktische Behandlung

Ein gestörtes Gelenkspiel und damit auch Wirbelfehlstellungen können durch unterschiedliche Faktoren hervorgerufen werden. Mechanische Fehlbelastungen von Muskeln, Sehnen und Gelenken sowie reflektorische Beeinflussungen durch innere Organe sind möglich. Ebenso können chronische Entzündungen die Funktionalität des Bewegungsapparates beeinträchtigen. Veränderungen im Bindegewebe, verspannte Muskulatur und Schmerzen können die Beweglichkeit zusätzlich verringern. In der Chiropraktik wird diese Einschränkung der Beweglichkeit durch einen manuellen Eingriff gelöst. Der Chiropraktiker manipuliert dabei das blockierte Gelenk so, dass es sich kurz über seine physiologische Beweglichkeit hinausbewegt. Die Patienten nehmen diesen Moment, in dem die Funktion des Gelenks wiederhergestellt wird, häufig durch ein Knacken wahr. Bei einer korrekt durchgeführten Chiropraktik werden jedoch weder Weichteile noch Knochenstrukturen, Bänder oder Gelenkkapseln verletzt oder beschädigt. Im Allgemeinen ist die Behandlung schmerzfrei.

Manipulation und Mobilisation

Grundsätzlich kann in der Chiropraktik zwischen Manipulationen und Mobilisationen unterschieden werden. Die eigentliche Manipulation, also das Einrenken des Gelenks, löst die bestehenden Blockaden und reduziert zudem die Fehlspannungen der Muskulatur. Die Mobilisation soll hingegen die Muskulatur auf die folgende Manipulation vorbereiten. Auch eine direkte Beeinflussung des Gelenks ist möglich. Dafür wird das Gelenk sanft in die Richtung bewegt, in der die Funktionsstörung vorliegt. So kann sich die Beweglichkeit verbessern.

Anwendungsgebiete der Chiropraktik

Hauptsächlich wird die Chiropraktik bei lokalen Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt. Folgende Symptome und Krankheiten können damit behandelt werden:
  •  Schulterschmerzen
  • Armschmerzen
  • Tennis- oder Golfarm
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Schwindel
Bei Verdacht auf Knochenschwund (Osteoporose) oder Metastasen in den Knochen darf keine chiropraktische Manipulation durchgeführt werden. Es besteht dann nämlich die Gefahr eines Knochenbruchs. Eventuell ist daher eine Röntgenkontrolle vor der chiropraktischen Behandlung nötig.
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